About "Der vierzehnte Stein"
Welcher Kommissar hat ihn nicht, den Feind aus alten Tagen? -- Als der Pariser Kommissar Adamsberg durch Zufall auf einen Mordfall an einem jungen Mädchen stößt, der sich in der Nähe von Straßburg zugetragen hat, erinnert ihn dies an das Tatmuster eines Serienmörders, der nie gefasst und schon seit etwa 15 Jahren für tot gehalten wurde. Es ist Adamsbergs Dämon aus seiner Zeit als junger Polizist, der einstmals so einflussreiche und mächtige Richter Fulgence. Dieser Richter Gnadenlos hatte nicht nur einen dunklen Hintergrund, sondern war vor vielen Jahren auch verantwortlich dafür, dass Raphael, der Bruder Adamsbergs, eines Mordes beschuldigt wurde, diese Anklage nie verwand und danach spurlos verschwand.
Doch dies alles ist zunächst nur eine Ahnung und -- in den Augen seiner Kollegen -- ein Hirngespinst. Unterdessen wird Adamsberg zusammen mit einigen Mitarbeitern für zwei Wochen in die kanadische Provinz Québec zu einem internationalen Polizeilehrgang geschickt. Als er dort eine Affäre mit einer jungen Französin beginnt und diese kurze Zeit später ermordet aufgefunden wird, hat die Vergangenheit Adamsberg endgültig eingeholt. Die Tote weist die gleichen Wunden auf wie vor Jahrzehnten die Opfer des Serienmörders.
Es ist doch bemerkenswert, mit welcher Gründlichkeit uns die französische Autorin Fred Vargas immer wieder mit ihren genauso poetischen wie schicksalhaften Geschichten in ganz eigene Erzählwelten entführt. Kriminalromane sind zum Glück immer Fiktion, doch mit ihrem verschrobenen Kommissar, der seine Fälle mehr intuitiv als analytisch auflöst, und mit den sehr menschlich gezeichneten skurrilen Figuren, schafft Vargas eine Phantasiewelt, die in der Kriminalliteratur ihresgleichen sucht. In diesem Roman ist es Adamsbergs Kollegin Retancourt, die als starke und eigenwillige Frauenfigur dem Plot eine überraschende Wendung gibt.
Der vierzehnte Stein (übrigens eine Anspielung auf das chinesische Ma-Jongg-Spiel) ist eine gelungene Fortsetzung der Adamsberg-Saga. Vargas' Romane stecken voller Symbolik, ob es nun blaue Kreidekreise auf Pariser Straßen (in Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord) sind, geheimnisvolle Zahlen auf Türen (in Fliehe weit und schnell) oder hier die Spuren eines Dreizacks als Wundmal bei den Opfern eines pathologischen Serientäters.
Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass in Der vierzehnte Stein die Übersetzung aus dem Französischen zumindest teilweise recht eigenwillige Wege einschlägt, wenn z.B. eine Mordkommission als Mordbrigade und das Département Bas-Rhin grundlos mit Niederrhein (statt deutsch Unterelsass) übersetzt wird, oder wenn die Übersetzerin den Québécois einen Dialekt verpasst, der jenseits von Gut und Böse liegt. Doch dieser Wermutstropfen sollte weder Vargas-Fans noch abenteuerlustige Krimileser abschrecken, sich einen Tag Urlaub zu nehmen und sich in der wunderbar eigenen Welt Adamsbergs und seiner Mitstreiter einzunisten. --Christian Koch
Reviews
15.09.2008 / Fritz Lessing
Ohne Hilfe geht's nicht!
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.Kommissar Adamsberg ist ein eigenbrötlerisches Genie,das zwar jeden noch so verzwickten Fall aufklären kann,aber in zwischenmenschlichen Beziehungen eine echte Niete ist.In dem hier erzählten Fall wäre er ohne Hilfe Anderer am Ende,käme nie weiter.Er ist auch anfan...
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07.06.2008 / Polar
Viele Flugstunden entfernt
Unerledigte Fälle gehören zu jedem Kommissar. Auch wenn die Autoren uns bis auf wenige Ausnahmen weismachen wollen, dass jeder Fall am Ende aufgeklärt wird, haben ihre Helden ihre Leichen im Keller, gegen die sie in der Gegenwart nichts ausrichten können, solange nicht neue Beweise auftauchen. Bei J...
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16.05.2008 / André Sidar
Besser geht es nicht ...
... dachte ich schon bei den ersten beiden Adamsberg - Fällen. Und weil der dritte Fall ("Fliehe weit und schnell") tatsächlich ein ganz kleines bischen schwächer war, fühlte ich mich im Recht. Doch jetzt verstrickt Fred Vargas Ihren Kommissar persönlich in den vierten Fall, und tatsächlich:...
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The book "Der vierzehnte Stein" belongs to the following genres:
Belletristik Krimis/Thriller Französische Belletristik Kriminalroman
About Fred Vargas
Fred Vargas is the pseudonym of French historian, archaeologist and writer Frédérique Audoin-Rouzeau, born in 1957 in Paris.
Career as archaeologist
She worked at the French National Centre for Scientific Research (CNRS), which she joined in 1988. She later joined the Institut Pasteur, as a eukaryotic archaeologist.
She has undertaken a project on the epidemiology of the Black Death and Bubonic plague, the result of which was a work considered definitive in the research area — Les chemins de la peste (2003).
Career as novelist
Fred is the diminutive of her given name, Frédérique, while Vargas derives from the Ava Gardner character in The Barefoot Contessa and is the pseudonym adopted by her twin sister, Joëll...